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Goethe und das Goetheanum

Status //

13-15 juni 2014

Ort //

Dornach, CH 13-15 juni 2014

Projekttyp //

Alles

Im schweizerischen Dornach, nahe bei Basel, befindet sich ein vielförmiges und architektonisch einmaliges Gebäudeensemble. Die Gebäude des Ensembles, sowie die einzelnen Bauteile der jeweiligen Gebäude stehen in einzigartiger Beziehung zueinander. Nicht das Gebäude, Bauteil oder Detail an sich, sondern der innere Zusammenhang scheint ein formgebendes Prinzip zu sein. Ein Prinzip, das einer klaren Gesetzmäßigkeit folgt und zu einem enormen Formenreichtum führt. Äußerst aktuell und für neun grad architektur seit langem eine wesentliche Inspirationsquelle. 

Yaike Dunselman und Lars Frerichs besuchten das “modernste Gebäude der Welt” - ein Gebäude, das beinahe vor 90 Jahren errichtet wurde: das zweite Goetheanum - nach einem Entwurf von Rudolf Steiner (1861-1925). Warum modern? Da hier nicht wie so oft in der Gegenwartsarchitektur die Faszination für eine konsequent ausgestaltete Einseitigkeit dominiert, stattdessen Ästhetik in einem künstlerischen Spannungsfeld zwischen Polaritäten entsteht.

Die Grundlage für diesen organischen Ansatz entstand durch intensive Auseinandersetzung Steiners mit Johann Wolfgang von Goethes künstlerischen und insbesondere naturwissenschaftlichen Werken, in denen das Organische nicht im Materiellen, sondern im schaffenden Prinzip zu finden ist. Ein schaffendes Prinzip, das wir uns in einem lebendigen Denken vorstellen und so innerlich nachbilden können. Dieser Erkenntnisansatz war neu! Der Mensch ist nicht bloß ein Zuschauer, sondern kann durch das Denken mit dieser schaffenden Idee eins werden.

Es ist ein Prinzip, daß sich stets im Spannungsfeld zwischen Polaritäten zeigt: innen und außen, hell und dunkel, auseinander- und zusammenziehen usw. Nicht der äußerlichen Gestaltung, sondern diesen Prinzipien und Intentionen wollten wir nachgehen, um so ein besseres Verständnis und eine vertiefte Erfahrung zu gewinnen. Wie mutig und undogmatisch, wie frei und auch humorvoll diese Prinzipien umgesetzt wurden, wurde erlebbar.

Für uns wurde noch einmal deutlich, daß das Werk von Steiner nicht los zu lösen ist von Goethe. Durch die Auseinanderstetzung Steiners mit dem Werk von Goethe wird sichtbar, daß Goethe den Weg ging von der Kunst zur Wissenschaft. Steiner ging den Weg von der Wissenschaft zur Kunst – ein Weg, den er dank Goethe gehen konnte. Ihm widmete er das Gebäude: Goetheanum!